Was ist neu an ABST?

Was ist nun wirklich neu und „anders“ an Achtsamkeitsbasierter Schmerztherapie® ?

1.  Mit der Achtsamkeitsbasierten Schmerztherapie liegt erstmals ein störungsspezifisches (auf Schmerzkranke bezogenes) psychotherapeutisches Behandlungskonzept vor.

2.  ABST ermöglicht eine erweiterte Sichtweise der Schmerzkrankheit durch die Einführung des Konzeptes eines „Leidensrechtecks“ und das Konstrukt eines „autonomen geistigen Regulationssystems“ (als Pendant zum vegetativen „autonomen“ Nervensystem).

3.  Achtsamkeit wird zuweilen diffus und widersprüchlich definiert. Das steht einer gezielten therapeutischen Anwendung entgegen. Was beinhaltet Achtsamkeit und was muss ich konkret Schritt für Schritt tun, um davon profitieren zu können? Durch Einteilung in sieben aufeinander aufbauende Teil-Schritte in der sog. Achtsamkeitskaskade ist Achtsamkeit in der ABST klar definiert und die Schritte einzeln trainierbar. Außerdem ist dadurch eine konkrete Hilfe bei der Indikationsstellung  und bei der Festlegung der Meditationsschwerpunkte möglich.

4.  Das Behandlungskonzept ist erfahrungsorientiert, d.h. der Lernende profitiert letztlich nicht vom intellektuellen Verständnis oder der theoretischen Nachvollziehbarkeit, sondern durch die erlebte Erfahrung der Wirkungen.

5.  Die 3 Säulen der Therapie sind Psychoedukation, der Erwerb von Skills (Fertigkeiten) und die Einübung und Festigung dieser beiden Inhalte in speziellen Achtsamkeitsübungen.

6.  Grundüberzeugung der Autoren ist, dass allein der Schmerzkranke entscheiden und beurteilen kann, ob er von einer Therapie profitiert oder nicht. Es sind weder die Therapeuten noch Institute noch wissenschaftliche Methoden, die über den Erfolg einer Methode entscheiden, sondern einzig die Betroffenen.

7.  Für Therapeuten/innen, die sich für die ABST-Anwendung in schmerztherapeutischen und Reha-Einrichtungen entscheiden, ist keine spezialisierte psychotherapeutische Qualifikation erforderlich. Entscheidend ist eine abgeschlossene ärztliche oder/und psychotherapeutische Ausbildung und mehrjährige Berufserfahrung im Umgang mit chronisch Schmerzkranken in eigenverantwortlicher Tätigkeit.

8.  Neben der Anwendung von ABST als Therapieform gibt es die Möglichkeit, als Trainer/innen ABST anzubieten. Denkbar ist z.B. auch die Zusammenarbeit von Therapeuten/innen und Trainer/innen. Die Tätigkeit eines ABST-Trainers/einer ABST-Trainerin sollte nicht auf irgendeine Berufsgruppe beschränkt sein. Die Tatsache, dass es sich bei ABST um ein psychothera­peutisches Verfahren handelt, das Achtsamkeit und Meditationstechniken einsetzt, und dass Achtsamkeits­training eine lehrende Tätigkeit ist, lässt aber z.B. Interessierte aus dem Bereich der medizinischen Assistenz, langjährig Meditierende bzw. Achtsamkeits­übende sowie Ausübende lehrender Berufe als besonders geeignet erscheinen, Betroffene zu trainieren. Naturgemäß führt bei diesen Trainern/Trainerinnen der Weg meist nicht von der medizinisch-psychologischen Seite zur Achtsamkeit, sondern entsteht aus dem Bedürfnis, aufgrund der eigenen positiven Erfahrung mit Achtsamkeit und/oder Meditation auch Mitmenschen damit helfen zu wollen.

9.  Teure Lehrgänge und Zertifizierungsprozeduren, die v.a. den Veranstaltern dienen, gibt es nicht.

10.  Die Methode ist im Einzel- und Gruppensetting anwendbar. Sie lässt sich auch im Selbststudium durch Bücher, CDs – und in Kürze auch Web-basiert erlernen, sollte aber immer kombiniert werden mit einer qualifizierten ärztlichen oder psychotherapeutischen Begleitung.

11.   Durch neue Verbreitungswege entfällt der sonst so träge (im Durchschnitt 7-jährige) Umweg neuer Methoden über Studien, Meinungsbildner, Ausschüsse, Fachartikel, Fachbücher etc. Flächendeckende Verbreitung im deutsch-sprachigen Raum ist durch Nutzung des Internets ad hoc realisierbar.

12.  Mit Hilfe der Manualisierung ist Anwenderfreundlichkeit, Standardisierung, Qualitätssicherung und minimale Einarbeitungszeit sichergestellt. (Das Einführungsbuch ist bereits erschienen. Das Manual erscheint demnächst.)

13.  Mit Hilfe einer Audio-CD (erscheint in Kürze) lassen sich die eingesetzten Meditationen beliebig oft und in beliebiger Reihenfolge im Heimstudium üben.

14.  Qualitätssicherung durch validierte psychometrische Tests vor und nach dem sechswöchigen Kurs.